Verhaltenstherapie, wie läuft das ab?

 

 

Ein unangenehm und problematisch erscheinendes Verhalten eines Hundes kann unterschiedlichste Ursachen haben.

 

Es kann sich z.B. um normales, stark genetisch verankertes Hundeverhalten handeln oder auch ein Symptom nicht artgerechter Haltung, Traumata, ungeeigneter Erziehungsmaßnahmen, Stress oder Krankheit sein.

 

So gilt es, die Ursache(n) ausfindig zu machen.

Meist spielen mehrere Faktoren eine Rolle. 

 

Mittels einer umfassenden Anamnese kann der Trainingspan entwickelt und das entsprechend weitere Vorgehen besprochen werden.

 

Dieses besteht meist aus mehreren Bausteinen:

tierärztliche Abklärung um gesundheitliche Ursachen auszuschliessen, Management um das Verhalten nicht weiter zu verstärken und ein individueller Trainingsplan, um Alternativen aufzutrainieren und damit wieder zu einem adäquaten Verhalten zu gelangen. 

 

Angsthunde/ Deprivationssyndrom

 

Durch die steigenden Vermittlungszahlen von Tierschutzhunden aus dem osteuropäischen Raum ist in den letzten Jahren u.a. ein Schwerpunkt meiner Arbeit die Hilfestellung bei Hunden mit Deprivationssyndrom. 

 

Stark vereinfacht bedeutet Deprivation, dass der Hund in der wichtigen Präge- und Sozialisationsphase isoliert von Umweltreizen aufgewachsen ist, was sich in Angst (-Aggression) gegenüber Umweltreizen und im gesamten Verhalten des Hundes wiederspiegelt.

 

So werden Begegnungen mit anderen Lebewesen oft zum Spießrutenlauf, wenn sie denn überhaupt möglich sind.

An einen entspannten Spaziergang ist anfangs oftmals gar nicht zu denken.

 

Alltägliche Situationen wie z.B. das nötige Sicherheits-Geschirr anlegen, Pflegemassnahmen, Treppenstufen laufen etc. sind dann schon eine grosse Herausforderung und es Bedarf einer gezielten Hilfestellung für Hund & Halter, um eine Überforderung und damit Rückschritte zu vermeiden. 

Weitere mögliche Indikationen für Verhaltenstherapie

 

  • "Zerstörungswut"
  • Hund kommt nicht zur Ruhe: Hyperaktivität und Dauerfiepen
  • Probleme beim Alleine bleiben/ Trennungsstress
  • Unerwünschtes Jagdverhalten oder Hüten von Personen/Tieren/Objekten
  • Aggressionen gegenüber anderen Hunden, Tieren oder Menschen
  • Stress im Auto, bei der Körperpflege oder dem Besuch beim Tierarzt
  • Verteidigung von Räumen, Gegenständen, Futter oder Personen
  • Anspringen von Personen
  • Stereotypien: Schatten/Licht jagen, Flanken saugen, im Kreis laufen, Pfoten lecken 
  • Angstverhalten aller Art, durch negative Erfahrungen/ Trauma oder Deprivation
  • Probleme durch Blind- oder Taubheit oder anderen körperliche Beeinträchtigungen verursacht

 

Galerie Verhaltenstherapie